Aus dem jüdischen Aargau in die Welt

Kürzlich ist die Publikation «Jüdischer Kulturraum Aargau» im Verlag Hier und Jetzt erschienen. Den beiden Herausgebenden Jacques Picard und Angela Bhend ist es gelungen, den Aargau in seinen vielen Facetten zu beleuchten. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG hat zusammen mit der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau das Patronat für die Publikation übernommen.

Jetzt ist es endlich erschienen und vergangenen Montag an der Buchvernissage im Historischen Museum in Baden vorgestellt worden. Das Buch «Jüdischer Kulturraum Aargau», herausgegeben von Dr. Angela Bhend und Prof. em. Dr. Jacques Picard, schliesst eine Lücke, die lange leer geblieben ist. Rund fünfzig Autorinnen und Autoren haben im grossen Sammelband Geschichte und Geschichten zusammengetragen – vom jüdischen Fingerring von Kaiseraugst bis zum Rezept für Hutzelweggen für Chanukka. Sie bringen uns einen Aargau näher, der nicht nur ein begrenztes geografisches Gebiet ist. In der Einleitung wird der Aargau als ein Kulturraum beschrieben, der über sich hinaus in die Welt weise: «von Lengnau bis Baden und Zürich, von Endingen bis Bremgarten und Bern, vom Surbtal bis nach Aarau, Tel Aviv oder New York».

Transnationale Perspektive auf den Aargau

An der Vernissage betonte auch der frisch gebackene SIG-Vizepräsident Ralph Friedländer in seiner Grussbotschaft diese transnationale Perspektive auf den Aargau. Diese sei Grundlage für eine viel weiter gefasste Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Schweiz: «Das ist wohltuend, weil es sich mit seinem weiten Horizont so gekonnt von anderen regionalen Darstellungen dieser Art abhebt. Genau das ist die Stäke der vorliegenden Publikation, auf die wir schon lange gewartet haben». Friedländer zeigte sich stolz, dass der SIG, zusammen mit der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, das Patronat für die Publikation übernehmen durfte. Friedländer nutzte auch die Gelegenheit, sich beim anwesenden Aargauer Regierungsrat Alex Hürzeler zu bedanken. Seit vielen Jahren schon setzt sich der Kanton Aargau für die Sichtbarmachung und den Erhalt des jüdischen Kulturerbes im Aargau ein. Mit Regierungsrat Hürzeler und vielen weiteren Personen an den Schaltstellen habe man einen stets unterstützenden und verlässlichen Partner.

SIG bekennt sich zum jüdischen Kulturerbe

Für den SIG ist das Erscheinen des Buches ein weiterer wichtiger Schritt zur Sichtbarmachung des jüdischen Kulturerbes. Im Aargau finden sich weitere Projekte, die dieses Ziel verfolgen, wie das Projekt Doppeltür. Das Engagement des SIG beim Erhalt des jüdischen Kulturerbes ist eine nationale Aufgabe und ein Kernanliegen des Verbandes.

«Jüdischer Kulturraum Aargau»

Jacques Picard und Angela Bhend (Hg.). «Jüdischer Kulturraum Aargau». Verlag Hier und Jetzt, 2020.

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