Verband

Der SIG war am Sonntagabend zu Besuch in Basel bei der IGB. 65 Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheit, mehr über den SIG zu erfahren

Der SIG möchte seine Arbeit unter seinen Mitgliedern bekannter machen. Die IGB hat darum ihre Gemeindemitglieder und Vertreterinnen und Vertreter des SIG zu einem Austausch eingeladen.

Seit dem Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 ist der SIG fast täglich in den Medien. Er vertritt nicht nur die Interessen der Jüdinnen und Juden in der Schweiz gegenüber der Öffentlichkeit, der Politik und den Medien. Er ist auch erste Anlaufstelle für Analysen und Einschätzungen der aktuellen Geschehnisse. Zudem repräsentiert er die Schweiz in internationalen Gremien wie dem EJC und WJC. Trotzdem wissen viele Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft zu wenig über die Arbeit ihres Dachverbands. Aus diesem Grund hat die IGB seine Gemeindemitglieder und Vertreterinnen und Vertreter des SIG zu einem gegenseitigen Kennenlernen eingeladen.

Gerade jetzt ist die Arbeit des SIG besonders wichtig

Im Namen der IGB begrüsste Vorstandsmitglied und Organisatorin des Abends Liliane Bernstein die Gemeindemitglieder und Gäste. «Wir freuen uns sehr, dass dieser Anlass in dieser ausserordentlichen Zeit möglich ist», so Bernstein. Für die jüdische Bevölkerung sei seit dem 7. Oktober 2023 nichts mehr wie vorher, und gerade deshalb sei die Arbeit des SIG besonders wichtig für die jüdische Gemeinschaft.

Im anschliessenden Gespräch mit dem Journalisten Pierre Weill gingen Ralph Lewin, SIG-Präsident und Mitglied der IGB, und Nadja Gut, Geschäftsleitungsmitglied des SIG, auf die Aufgaben des Dachverbands und die momentan grossen Herausforderungen ein. «Ein Thema, das uns momentan sehr beschäftigt, ist die massive Zunahme des Antisemitismus seit dem Terroranschlag der Hamas», sagte Ralph Lewin gleich zu Beginn. Es sei deshalb auch wichtig, dass dem SIG antisemitische Vorfälle gemeldet werden, egal von welcher Seite. Nur so könne der SIG zeitnah und an richtiger Stelle intervenieren.

Die finanzielle Beteiligung des Bundes an der Sicherheit ist ein grosser Erfolg

Ein weiteres Kernthema des SIG sei die Sicherheit, so Lewin. Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich nicht mehr sicher, man habe Angst, sich in der Öffentlichkeit zu erkennen zu geben. Der SIG setze sich auf Bundesebene stark für das Thema ein, nicht erst in jüngster Zeit. Eine wichtige Errungenschaft der letzten Jahre sei deshalb die höhere finanzielle Beteiligung des Bundes zum Schutz von jüdischen Einrichtungen, die sich in diesem Jahr auf 2,5 Millionen Franken belaufe. Dies sei nicht selbstverständlich und ist das Resultat langer Verhandlungen.

In seinen Ausführungen ging Ralph Lewin auch auf das geplante Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus ein, für das der SIG eng mit dem Bund zusammenarbeite. Das Projekt umfasse verschiedene Ebenen, in der Stadt Bern und im Kanton St. Gallen. Es solle aber auch zur Vermittlung dienen und auf die Fragen eingehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte und welche Rolle die Schweiz dabei gespielt habe. Der dritte Aspekt, so Lewin, sei die Vernetzung. In der Schweiz gebe es eine Vielzahl an kleineren Gedenkorten und privaten Initiativen, die künftig miteinander verbunden werden sollen. «Wir sind auf einem guten Weg», fasst Lewin das Projekt zusammen, «aber die Umsetzung wird noch dauern».

Likrat als wichtiges Standbein des SIG im Kampf gegen den Antisemitismus

Nadja Gut von der Geschäftsleitung des SIG hat das Projekt Likrat vorgestellt. Das Dialog- und Sensibilisierungsprogramm des SIG leistet einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Antisemitismus, indem jüdische Jugendliche Schulklassen besuchen und dort über ihren Alltag als junge Jüdinnen und Juden berichten. Der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern erfolgt auf Augenhöhe und ohne Tabus. Der Erfolg des Projekts spricht für sich: in den zwanzig Jahren seit Start des Projekts haben die Begegnungen mit Schulklassen stetig zugenommen, 2023 werden es deren rund 160 sein. Dass die Arbeit von Likrat gerade jetzt relevant ist, zeigt sich in der gestiegenen Nachfrage von Schulen seit dem Terrorangriff auf Israel.

Likrat richtet sich an jüdische Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren aus der Romandie und der Deutschschweiz. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu Likratinas und Likratinos ausgebildet. «Der nächste Lehrgang beginnt im Januar 2024», wendet sich Nadja Gut mit einer kleinen Werbebotschaft an die Gemeindemitglieder, «wir würden uns natürlich sehr über viele Anmeldungen aus Basel freuen». Von Likrat können auch die Gemeinden profitieren. Viele ehemalige Likratinas und Likratinos sind nach Abschluss ihrer mehrjährigen Ausbildung zu Führungskräften in Ämtern und Kommissionen ihrer Gemeinden tätig.

Stärkung der Gemeinden durch gezielte Unterstützung und Kommunikation

Angesprochen auf die Ziele seiner Amtszeit hält Lewin zum Abschluss fest: «Es würde mich freuen, wenn wir bei der Umsetzung unserer Strategie mit den Kernthemen Antisemitismus und Sicherheit sowie beim Memorial einen grossen Schritt vorwärts machen». Und betont dabei noch einmal, dass der SIG zur Unterstützung der Gemeinden da sei, vor allem auch in politischen Fragen. Der SIG wolle der Gemeinschaft eine Plattform für den Austausch bieten und die Kommunikation untereinander stärken.

Die IGB hat einen gemütlichen Abend mit angeregten Gesprächen organisiert und den SIG sehr herzlich empfangen. Viele Gemeindemitglieder nutzen die Gelegenheit, ihre Fragen zur Arbeit des SIG anzubringen und die Personen dahinter kennenzulernen. Umgekehrt konnten auch die Vertreterinnen und Vertreter des SIG mehr über die relevanten Themen der Basler Gemeinde erfahren. Somit ist der Grundstein für die künftige gute Kommunikation gelegt, die nun auch mit den anderen Mitgliedergemeinden ausgebaut werden kann.

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