Prävention

Likratino Liron ist zu Besuch im Schulhaus Bachtobel. Es ist seine erste Begegnung und er ist ebenso gespannt darauf wie die Klasse, die ihn erwartet

Die Likratinos Daniel, Jonathan und Liron waren zu Besuch im Zürcher Schulhaus Bachtobel. Für Liron ist es der erste Einsatz mit Likrat, dem Dialogprogramm des SIG. Es ist ihm wichtig, sich gegen den Antisemitismus zu engagieren.

Pünktlich und schon sehr neugierig finden sich die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse von Frau Hofer an diesem Montagmorgen im Schulzimmer ein. Sie haben Besuch von Likrat, dem Dialog- und Aufklärungsprogramm des SIG. Vor ihnen stehen die Likratinos Daniel, Jonathan und Liron. Für den 21-jährigen Studenten Liron ist es die erste Likratbegegnung. Auch er ist schon sehr gespannt auf den Austausch mit der Klasse.

Der Fussball als verbindendes Element zwischen den Kulturen

Der gemeinsame Nenner zwischen den Likratinos und den Kindern ist schnell gefunden: Fussball! Nachdem die Vorlieben für die Zürcher Clubs geklärt sind, erzählen die Likratinos vom jüdischen Fussballverein FC Hakoah. Dieser trainiert ganz in der Nähe der Schule. Der einzige Unterschied sei, so die Likratinos, dass samstags keine Spiele und auch kein Training stattfinden. «Und man muss seine Kippa gut befestigen, damit sie beim Rennen nicht runterfällt», fügt Liron mit einem Schmunzeln an. Er gibt auch gleich die farbigen Kippot in die Runde, die er mitgebracht hat. «Die Grüne», erklärt er, «habe ich anlässlich meiner Bar Mitzwa verschenkt. Grasgrün, weil ich ein grosser Fussballfan bin.» Liron trägt auch im Alltag eine Kippa. Für ihn sei es ein Zeichen von Demut und Respekt vor Gott.

Mit grosser Neugier begutachten die Schülerinnen und Schüler die weiteren Gegenstände der Likratinos. Sie blättern im Siddur, dem Gebetsbuch, und legen sich den Tallit um die Schultern. Nachdem die wichtigsten Eckpunkte rund um das Judentum geklärt sind, darunter der Schabbat, die Schläfenlocken und das koschere Essen, kann die Klasse weitere Fragen stellen. Schnell entwickelt sich ein lebhafter Dialog, es wird viel gelacht.

Die Likratinos erzählen in ihrer Sprache, wie sie das Judentum erleben

Für die meisten der Schülerinnen und Schüler ist es die erste Begegnung mit jüdischen Jugendlichen. Die Klasse hat sich zur Vorbereitung eingehend mit dem Thema Judentum befasst. Schon bald zeigt sich, dass die Kinder viel mehr mit den drei jüdischen Jugendlichen verbindet, als sie erwartet haben. Genau hier setzt Likrat an: Die Begegnungen finden unter Gleichaltrigen statt, die Likratinos beantworten die Fragen in der Sprache der Jugendlichen und sie sprechen über Themen, die in diesem Alter wichtig und interessant sind – für beide Seiten. Sie erzählen aus ihrem Alltag, was sie in der Freizeit gerne unternehmen. Und sie berichten davon, wie sie das Judentum leben und erleben.

Besonders interessant ist für die Klasse auch das Thema Schulunterricht. Jonathan und Liron haben eine jüdische Schule besucht. Die Likratinos erzählen von den Fächern, die sie im jüdischen Unterricht zusätzlich besuchen, und dass sie auch Hebräisch gelernt haben. Welche Sprache denn schwieriger sei, möchten die Kinder wissen: Hebräisch oder Deutsch? Nach kurzem Überlegen sind sich die Likratinos einig, dass es Deutsch ist. «Wobei», findet Daniel, «das Schreiben von WhatsApp-Nachrichten ist auf Hebräisch viel komplizierter.»

Der Erfolg von Likrat liegt an der Begegnung der Jugendlichen auf Augenhöhe

Nach Ende der Schulstunde zieht Liron Bilanz: «Mir hat der Austausch enorm Spass gemacht! Die Kinder waren sehr interessiert und haben gute Fragen gestellt.» Und fügt hinzu: «Ich bin dankbar, dass es so etwas wie Likrat gibt. So kann ich einen eigenen Beitrag gegen Antisemitismus und Vorurteile leisten.» Auch das Feedback von Frau Hofer, der Klassenlehrerin, ist positiv: «Ich bin überzeugt davon, dass sich die Kinder Dank der Begegnung mit den Jugendlichen ganz viel neues Wissen aneignen konnten.»

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