Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Vor 81 Jahren wurden in der Reichspogromnacht Synagogen und jüdische Geschäfte in Deutschland zerstört und geplündert. Hunderte jüdische Menschen wurden getötet, Tausende ins Konzentrationslager gesperrt. Dieses Ereignis markierte den Beginn der Vernichtung der europäischen Juden. Die Schweizer Juden gedenken der Opfer und erinnern sich ihrer eigenen Geschichte.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen. Die Reichspogromnacht ist ein schrecklicher Scheidepunkt in der Geschichte der Juden in Deutschland und in ganz Europa. Der Judenhass steigerte sich in dieser Nacht in ein bisher nie gekanntes Ausmass. Hunderte verloren ihr Leben und Tausende gerieten in Haft oder wurden in Konzentrationslager verschleppt. Ziel des Hasses und der Zerstörung waren die Juden, ihre Geschäfte und Wohnungen sowie über 1400 Synagogen, Gebets- und Versammlungsräume. Diese Nacht markiert den Anfang der systematischen Vernichtung der Juden, den Beginn der Schoah.

Die Juden in der Schweiz blieben von dieser hemmungslosen Gewalt verschont. Sie waren in Sicherheit. Die tragischen und schrecklichen Ereignisse waren aber nicht weit weg, sondern unmittelbar spürbar nur wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Grenze. Viele Schweizer Juden machten sich grosse Sorgen, um die dort lebenden Freunde, Bekannte und Familienangehörigen, wovon viele von der Schoah nicht verschont blieben. Viele Schweizer Juden haben liebgewonnene Menschen verloren. Nicht wenige dieser Schweizer Juden heute sind selbst Nachkommen von Flüchtlingen, die unter gefährlichsten Umständen in die Schweiz gelangten.

Deshalb ist es auch den Schweizer Juden so wichtig, am 9. November der Opfer von damals zu gedenken. Zur Erinnerung finden wie jedes Jahr in kleinerem und grösserem Rahmen Gedenkanlässe statt. 2018 wurden in der ganzen Schweiz Synagogen von aussen beleuchtet. Damit konnte ein stilles, aber weit herum sichtbares Zeichen gesetzt werden. Ein Zeichen des Gedenkens, ein Zeichen des Erinnerns, ein Zeichen des «Nie wieders» und ein Zeichen für eine Zukunft des vielfältigen jüdischen Lebens und Wirkens.

Zu den Bildern von 2018 «80 Jahre Reichspogromnacht – Erinnern und nicht vergessen»