Abrahmson und Gugger: Drei Länder, zwei Menschen, eine Geschichte

Der Schweizer Nationalrat Nik Gugger traf seinen israelischen Cousin Jonathan Abrahamson, ein ehemaliger israelischer Militärpilot, zum Gespräch in Zürich. Anlässlich mehrerer Jahrestage sprachen sie über die bewegten 1970er-Jahre des Nahostkonfliktes, über Israel, die Schweiz und ihre Familienbande. Die Veranstaltung in der ICZ wurde vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG unterstützt.

«Drei Länder, zwei Menschen, eine Geschichte.» Unter diesem Titel trafen sich am Mittwochabend zwei Personen, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein können und doch so nahe sind. Mehrere Jahrestage einschneiender Ereignisse jähren sich in diesen Septembertagen: die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Schweiz vor 70 Jahren, die Entführung einer Swissair-Maschine durch palästinensische Terroristen vor fast 50 Jahren und das Attentat auf die israelischen Olympia-Athleten in München zwei Jahre später.

Militärpilot und Nationalrat

Die zwei Personen, das sind Jonathan Abrahamson und Nik Gugger. Wer sie sind und was sie verbindet, erfuhren die rund fünfzig Gäste in einem spannenden Gespräch. Sie diskutierten über die Fliegerei, die schweizerisch-israelischen Beziehungen, vor allem aber über ihre eigene Familie. Jonathan Abrahmson, aufgewachsen in einer jüdisch-orthodoxen Familie in Israel, flog als Pilot für das israelische Militär gefährliche Einsätze oder löschte ausserhalb seiner Dienstzeit Brände mit einer dreirädrigen Propellermaschine. Der andere, Nik Gugger, ist in Indien geboren, wurde von einem Schweizer Ehepaar adoptiert und kam mit vier Jahren in die Schweiz. Aufgewachsen in einem politisch eher stabilen und ruhigen Land, führte ihn sein Weg vom Unternehmer in die Politik mit Sitz im Nationalrat.

Eine starke Familienbande verbindet Kulturen

«Es ist für Jonathan und mich etwas ganz Spezielles, wir lassen Sie Anteil haben an unserem Leben», meint EVP-Nationalrat Nik Gugger. Das Spezielle an dieser Konstellation ist, dass die beiden Redner Cousins sind. Eine solche Familienverbindung ist ungewöhnlich: ein ursprünglich aus Indien stammender, adoptierter Nationalrat mit israelischen Verwandten. Abrahamson und Gugger gaben einen Einblick in ihre Familiengeschichte und erzählten von den weltoffenen Grosseltern. Deren Werte und Offenheit übertrugen sich auf die Töchter, die Mütter der beiden. Die eine wanderte in den 1960ern nach Israel aus, wo sie Abrahmsons Vater getroffen hat. Die andere reiste mit ihrem Mann durch die Welt und fand in Indien ihren Sohn, Nik Gugger. Lebhaft erzählten Abrahamson und Gugger, wie die unterschiedlichen Kulturen aufeinandertrafen, als sie sich beide erstmals 1984 begegneten. Zwei unterschiedliche Welten, in die der jeweils andere neugierig eintauchen konnte. Mittelpunkt und Verbindung sei immer die «enge Familienbande» gewesen, begonnen bei den Grosseltern bis zu den eigenen Kindern. Es war ein Abend mit einer einmaligen Geschichte und einer, die, mit aller Vergangenheit, noch sicher viele weitere Kapitel in der Zukunft erhalten wird.