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Newsmail 141 - 28. März 2018

Aktuelles

Politische Zeichen gesetzt: Mehr Unterstützung für religiöse Minderheiten

Im Nationalrat wurden zwei wichtige politische Zeichen gesetzt. Mit der Annahme der Motion Jositsch hat das Parlament bekräftigt, dass religiöse Minderheiten vom Bund mehr Unterstützung bei der Sicherheit erhalten sollten. Der Bundesrat hat seinerseits erste konkrete Schritte hin zu einer stärkeren Beteiligung von Bund und Kantonen an Sicherheitsmassnahmen skizziert.
In den kürzlich erschienenen Rechtsgutachten des ehemaligen Genfer Staatsrats Bernard Ziegler für den Kanton Genf und von Professor Vincent Martenet für den Kanton Waadt kommen beide zum Schluss, dass auch für diese Kantone eine Schutzpflicht besteht und dass der Gefahreinschätzung entsprechend angepasste Massnahmen getroffen werden müssen. Diese Gutachten bestätigen grundsätzlich die Schlussfolgerungen, die der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter bereits in seiner Analyse zum Bundesrecht gezogen hatte. Beide Rechtsgutachten wurden vom SIG zusammen mit den Gemeinden der betroffenen Kantone initiiert, um eine Einschätzung zu den Unterstützungsleistungen zu erarbeiten, die die jüdischen Gemeinden angesichts der terroristischen Bedrohung erwarten dürften.

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Der Antisemitismusbericht 2017 erhält viel Aufmerksamkeit


Der Antisemitismusbericht zeigt: Das Internet wird zunehmend für Hassbotschaften missbraucht. Antisemitische Hetze im Internet wird oft durch innen- und aussenpolitische Ereignisse beeinflusst, insbesondere durch den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. In diesem Jahr fungierten die Debatte um ein mögliches Importverbot von Koscherfleisch sowie der «Jerusalem-Entscheid» von US-Präsident Trump als Auslöser für antisemitische Hasskommentare. 2017 hetzten Internetnutzer vermehrt unter richtigem Namen gegen Jüdinnen und Juden.

Antisemitismus geht die ganze Gesellschaft an – nicht nur die jüdische Gemeinschaft. Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen gegen Antisemitismus und Rassismus die Stimme erheben. Einer, der die Stimme laut erhebt, ist der Rapper Knackeboul. Er nimmt pointiert Stellung zu Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien. Mehr als Grund genug, den vielseitigen Künstler für den neuen Antisemitismusbericht zu interviewen.

Interview mit Jonathan Kreutner im Regionaljournal ZH/SH
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Missverständnissen vorbeugen – ein Wochenende im Hotel Paradies

Letztes Wochenende trafen sich junge jüdische Erwachsene im Hotel Paradies in Arosa. Sie diskutierten das Projekt Likrat Public und feierten gemeinsam mit Ruth Thomann, der Verwalterin des Hauses, Schabbat. Das Hotel und die Verwalterin sind letzten Sommer wegen eines vermeintlich antisemitischen Plakats in die Schlagzeilen geraten. Mit dem Seminar an diesem Ort wollen der SIG und SUJS klarstellen: Frau Thomann ist keine Antisemitin, und es braucht mehr Dialog und Aufklärung statt Aufschrei und Shitstorm.

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Zum Artikel in der SonntagsZeitung


Buchvernissage «Ich glaubte ins Paradies zu kommen»

«Ich malte mir die Schweiz mit so rosigen Farben aus, dass die Enttäuschung kommen musste. Ich glaubte ins Paradies zu kommen, alle Wirklichkeit war vergessen und ich dachte nur noch daran, wie schön ich dort lernen könnte und meine verlorene Heimat wiederfinden könnte.» Als Kurt Bergheimer 1942 als jugendlicher unbegleiteter Flüchtling in die Schweiz gelangte, stellte er sich die Schweiz als Paradies vor. Doch er merkte schnell, dass seine Erwartungen nicht der Realität entsprachen. Die Schweiz war kein paradiesischer Ort.

Vergangene Woche erschien Band 18 der SIG Schriftenreihe «Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz». Die neuste Publikation «Ich glaubte ins Paradies zu kommen» von Lea Bloch folgt den Spuren von Kurt Bergheimer, später Bigler (1925-2007), der 1942 17-jährig alleine in die Schweiz flüchtete. Am 21. März fand im Historischen und Völkerkundemuseum in St. Gallen die Buchvernissage statt.

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Zum Artikel im St. Galler Tagblatt


Schuldspruch wegen Rassendiskriminierung und Tätlichkeit

Im Juli 2015 fand ein antisemitischer Übergriff in Zürich-Wiedikon viel Aufmerksamkeit und hat auch grosse Beunruhigung ausgelöst. Eine Gruppe von Männern pöbelte am helllichten Tag wahllos einen orthodoxen Juden an. Er wurde angespuckt, beschimpft und mit nationalsozialistischen Gesten bedrängt. Als das Opfer flüchtete, wurde es verfolgt. Bevor der orthodoxe Mann körperlich angegriffen werden konnte, stellte sich eine Passantin schützend dazwischen. Der Neonazi wurde zu einer 2-jährigen unbedingten Haftstrafe verurteilt.

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In Kürze

Nationalrat lehnt Initiative von Nidegger ab

Der Nationalrat Yves Nidegger zielte mit seiner Initiative darauf ab, dass die Nennung des Völkermords in der Rassismus-Strafnorm entweder gestrichen oder präzisiert wird. Der SIG setzte sich dem entschieden entgegen. Nun hat der Nationalrat die parlamentarische Initiative entgültig abgelehnt.


Das Musée des Beaux-Arts in La Chaux-de-Fonds gibt Raubkunst zurück

Am 12. März 2018 restituierte das Musée des Beaux-Arts in La Chaux-de-Fonds ein Gemälde des englischen Malers John Constable an die Erben von John und Anna Jaffé. 1942 hatte das «Kommissariat für jüdische Fragen» des französischen Vichy-Regimes die Kunstsammlung des in Nizza lebenden jüdischen Paares konfisziert; darunter hatte sich auch der Constable befunden. 1986 hatte das Museum das Bild im Rahmen einer Schenkung von Madeleine Junod, Witwe eines Industriellen aus La Chaux-de-Fonds, in gutem Glauben erhalten. 2009 weigerte sich das Museum, sich vom Gemälde zu trennen. Im Jahr 2016 wurde ein formeller Antrag auf Restitution, das heisst auf Rückgabe von während des Nationalsozialismus geraubten Kunstwerken, gestellt.


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