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Newsmail 138 - 08. November 2017

Aktuelles

Antisemitismus-Bericht: Schutz religiöser Minderheiten ist Aufgabe des Staates

Das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI) hat Mitte Oktober den Bericht «Rassistische Diskriminierung in der Schweiz 2016» veröffentlicht. Einmal mehr zeigt sich, dass Rassismus und Antisemitismus in der Schweiz weiterhin ein ernstes Problem darstellen. Im Bericht werden auch die Ergebnisse der neuen Studie «Zusammenleben in der Schweiz» präsentiert. Die Studie untersuchte die Einstellung der Bevölkerung gegenüber spezifischen Gruppen. Laut der Studie stimmen 12% der Befragten negativen Stereotypien gegenüber Jüdinnen und Juden konstant zu – man kann also davon ausgehen, dass rund jeder achte Einwohner der Schweiz ein antisemitisches Gedankengut vertritt.

Ebenfalls Mitte Oktober wurde der aktualisierte «Bericht über die Massnahmen des Bundes gegen Antisemitismus in der Schweiz» publiziert. Der Bericht anerkennt den Schutz von jüdischen Einrichtungen erstmals als «Angelegenheit von nationaler Tragweite». Im Bericht 2016 lehnte der Bund die finanzielle Unterstützung der Sicherheitsmassnahmen von jüdischen Einrichtungen noch ab und empfahl der jüdischen Gemeinschaft, dafür eine Stiftung zu gründen. Der neue Bericht hält nun fest, dass sich der Bund unter gewissen Umständen an den Sicherheitskosten beteiligen könnte: «Soweit es sich um Massnahmen handelt, die – zumindest teilweise – in seinen verfassungsmässigen Zuständigkeitsbereich fallen, kann der Bund sich auch an deren Finanzierung beteiligen.»

SIG-Präsident Herbert Winter zeigt sich erfreut: «Der Bundesrat hat klargemacht, dass der Schutz besonders gefährdeter religiöser Minderheiten zu den Aufgaben des Staates gehört. Wie die Unterstützung genau aussehen wird, ist noch offen, aber klar ist: Der Bund kümmert sich um Lösungen.» Der SIG setzt sich seit Jahren für mehr staatlichen Schutz der Schweizer Juden ein. Aktuell erarbeitet eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Bundes ein Schutzkonzept für jüdische Gemeinden und andere Minderheiten. Das Konzept soll bis Ende Jahr vorliegen, vertreten ist in der Arbeitsgruppe neben Sicherheitsbehörden des Bundes und der Kantone auch der SIG.


Zum Bericht
Zum Artikel in der NZZ
Zum Artikel im Tages-Anzeiger


Grosses Interview mit Herbert Winter im «tachles»-Magazin

SIG-Präsident Herbert Winter nimmt im grossen Interview mit dem Magazin «tachles» Stellung zu den Debatten um Jonas Fricker und den Zwischenfall in Arosa. Weitere Themen sind unter anderem die Aufnahme der liberalen Gemeinden, das Verhältnis des SIG zu Israel und die Sicherheitsdebatte.

Zum Interview


Aufklärungsarbeit in Arosa

Nachdem ein Plakat aus einem Hotel in Arosa, auf dem jüdische Gäste zum Duschen vor dem Baden aufgefordert wurden, um die Welt ging, hat Arosa Tourismus reagiert. Ein Podium für Hoteliers und Personen aus der Gastronomie wurde organisiert, bei dem die Anwesenden Fragen zu Gästen aus fremden Kulturkreisen stellen konnten. Damit soll Missverständnissen vorgebeugt und sollen Vorurteile abgebaut werden. Auskunft über die jüdischen Gäste gab Jonathan Schoppig vom SIG. Die grosse Anzahl Fragen zu den jüdischen Touristen zeigt, dass im Umgang mit diesen Unsicherheiten bestehen und Aufklärungsarbeit nötig ist. Bei Problemen oder Unklarheiten können sich die Hoteliers an den SIG wenden. Workshops im Rahmen von Likrat Publik können organisiert werden, bot Jonathan Schoppig den Anwesenden an.

Zum Bericht in der Aroser Zeitung

In Kürze

Motion «Importverbot für tierquälerisch erzeugte Produkte»

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates hat empfohlen, die vom Nationalrat angenommene Motion «Importverbot für tierquälerisch erzeugte Produkte» von Nationalrat Matthias Aebischer abzulehnen. Die Motion verlangt ein grundsätzliches Importverbot für Produkte, die unter als tierquälerisch zu bezeichnenden Methoden erzeugt wurden. Der SIG setzt sich für die Ablehnung dieser Motion ein, weil Tierschutzkreise damit auch den Import von koscherem Fleisch verbieten wollen.


Motion «Schutz religiöser Gemeinschaften vor terroristischer und extremistischer Gewalt»

Die sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates hat einstimmig empfohlen, die Motion «Schutz religiöser Gemeinschaften vor terroristischer und extremistischer Gewalt» von Ständerat Daniel Jositsch anzunehmen. Bei einer Annahme wird der Bundesrat beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen aufzuzeigen, welche weitergehenden Massnahmen für die Sicherheit von religiösen Gemeinschaften, die durch potenzielle terroristische und extremistische Gewalt besonders gefährdet sind, getroffen werden können und welche gesetzlichen Grundlagen allenfalls für deren Umsetzung nötig wären. Der SIG geht davon aus, dass auch der Nationalrat die Motion annehmen wird. Der Ständerat hat sie einstimmig angenommen.


«Wir haben es satt, immer die Empörten zu geben»

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des SIG, spricht in der NZZ über die Bedeutung der Dörfer Lengnau und Endingen für die Geschichte der Schweizer Juden und über den gegenwärtigen Judenhass. Diesem möchte er mit Aufklärung begegnen.

Zum Artikel


«Dinge, die mich als Jüdin nerven»

«Als Jude bist du auch im 21. Jahrhundert mit vielen Vorurteilen konfrontiert – Reichtum zum Beispiel. Wenn das Vorurteil stimmen würde, dass alle Juden reich sind, wäre ich dem wirklich nicht abgeneigt.» Unsere Likratina Susan Reznik hat für Radio SRF Virus über Vorurteile gegenüber Juden geschrieben.

Zum Artikel


Kulturausflug nach Basel

Der SIG lädt Sie am Sonntag, 19. November zu einem Ausflug in das Jüdische Museum der Schweiz in Basel ein, das sein 50. Jubiläum mit neuen Schwerpunkten und neuem Design feiert. Anschliessend wird die Ausstellung Chagall: Die Jahre des Durchbruchs 1911-1919 im Kunstmuseum besucht. Es erwartet Sie ein Tag mit vielen Eindrücken zur jüdischen Kultur. Alle Mitglieder der SIG-Gemeinden sind herzlich einladen.

Weitere Informationen

Anmeldung an info@swissjews.ch


Tagung: «Wenn meine Wahrheit nicht deine Wahrheit ist»

Der Schweizerische Rat der Religionen und das Institut für Christkatholische Theologie (Universität Bern) laden in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Theologischen Gesellschaft und dem Verein Haus der Religionen – Dialog der Kulturen am 16. November ein zur Tagung «Wenn meine Wahrheit nicht deine Wahrheit ist. Wahrheitsanspruch und Pluralität der Religionen in der Schweiz». Der SIG wird durch den Präsidenten Herbert Winter im Rat der Religionen vertreten.

Die religiöse Vielfalt und das Selbstverständnis der Religionsgemeinschaften stellen Staat und Gesellschaft vor Herausforderungen: Wie weit darf der Wahrheitsanspruch der Religionsgemeinschaften gehen? Wie viel Offenheit verlangt die Pluralität, wo sind die Grenzen der Toleranz? Es erörtern jüdische, christliche und islamische Fachleute die heutige Situation in der Schweiz, beleuchten neue Wege des interreligiösen Dialogs und diskutieren darüber, wie der Religionsfrieden in unserem Land langfristig gesichert werden kann. Zu den Themenblöcken «Wahrheit contra Toleranz», «Geteilte Wahrheiten» und «Widersprochene Wahrheiten – Auseinandersetzungen um Religion» sowie «Wenn meine Wahrheit nicht deine Wahrheit ist» stehen Vorträge, Workshops und eine Podiumsdiskussion auf dem Programm.

16. November 2017, 9.30 – 17.00 Uhr, Europaplatz 1, 3008 Bern
Teilnahmegebühr CHF 30.– (veganes Mittagessen im Preis inbegriffen)
Anmeldung bis 9. November erforderlich bei www.ratderreligionen.ch/kontakt

Zum Flyer


Shabbaton in Biel

Über 35 jüdische Studierende und junge Erwachsene aus der ganzen Schweiz trafen sich Ende Oktober für einen Shabbaton in Biel. Organisiert wurde der Anlass von der Swiss Union of Jewish Students SUJS. Am Freitagabend feierten sie gemeinsam mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Biel Schabbat. Der SIG unterstützte den Anlass finanziell. Damit wurden sowohl SUJS als auch die kleinere SIG-Gemeinde Biel gefördert. Auf dem Programm standen unter anderem ein gemeinsamer Gottesdienst, ein Stadtrundgang und ein Leadership-Training.

Kontakt

Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund SIG
Gotthardstrasse 65
Postfach
8027 Zürich

T +41 (0)43 305 07 77
F +41 (0)43 305 07 66

Medienstelle:
T +41 (0)43 305 07 72

Website

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