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Newsmail 114 - 27. Januar 2016

Aktuelles

Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag

Heute jährt sich die Befreiung von Auschwitz. Wir gedenken an diesem Tag der Opfer des Holocaust. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, um auf den gewalttätigen Hass gegen Juden und Andersdenkende aufmerksam zu machen. Eine Delegation des SIG nimmt heute an dem Holocaust-Gedenkanlass im Yehudi Menuhin-Forum in Bern teil.


Jüdische Dachverbände warnen vor Durchsetzungsinitiative

Die Schweizer Juden lehnen die Durchsetzungsinitiative entschieden ab. Eine Umsetzung dieser Initiative würde den Rechtsstaat aushöhlen und Menschenrechte verletzen. Davor warnen die jüdischen Dachverbände in ihrer gemeinsamen Stellungnahme und Medienmitteilung.

» Zur Medienmitteilung


«Schweizer Juden: 150 Jahre Gleichberechtigung»

Der Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zu 150 Jahren Gleichberechtigung der Schweizer Juden war ein grosser Erfolg: Mit fast 600 Gästen war der Saal im Kornhausforum in Bern bis auf den letzten Platz besetzt.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann spricht vor rund 600 Gästen.

Vor dem eigentlichen Festanlass fand eine Vernissage mit anschliessendem Apéro statt. SIG-Präsident Herbert Winter, Bernhard Giger (Leiter Kornhausforum) und Ada Marra (Nationalrätin und Co-Präsidentin des Patronatskomitees) richteten einige Worte an die rund 150 geladenen Gäste. «Wir sind allesamt Schweizerinnen und Schweizer, auf Augenhöhe mit allen anderen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, und haben gleichzeitig unsere jüdischen Traditionen und Eigenheiten bewahrt», sagte Herbert Winter in seiner Ansprache.

Herbert und Anita Winter empfangen den Bundespräsidenten.

Der eigentliche Kulturanlass wurde anschliessend von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann eröffnet. «Die Schweiz wäre ohne ihre jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, nicht was sie ist, nämlich ein starkes, kulturell vielfältiges, wirtschaftlich erfolgreiches, und gesellschaftlich tolerantes Land», so der Bundespräsident.

Veli & Amos zeigten ihre Performance „Shoot the pilot“.

Ziel des Kulturprogramms war, die Vielfalt des aktuellen jüdischen Kulturschaffens zu demonstrieren. Das wurde auch erreicht: Das Programm, eine Mischung aus klassischer Musik, Freejazz, World-Music, Literatur, Alphornklängen und Performance Art, bot etwas für (fast) jeden Geschmack. Bekannte und weniger bekannte Namen wie Noëmi Nadelmann, Veli & Amos, Mike Maurers Alphorn Experience, Omri Hason, Omri Ziegele und Lea Gottheil boten spannende Kunst und Unterhaltung. Die Moderatorin Noëmi Gradwohl führte souverän durch den Abend, der bei einer Portion koscherer Gerstensuppe seinen Abschluss fand. Das Interesse war so gross, dass wir leider auf Anordnung der Feuerpolizei sogar Besucher zurückweisen mussten, was wir sehr bedauern.

Die Ausstellung zu 150 Jahre Gleichberechtigung ist noch bis Ende Februar im Berner Kornhausforum zu sehen. Danach geht sie auf Wanderschaft durch die ganze Schweiz.

» Videozusammenfassung und Fotos des Festanlasses

» Facebook-Fotoausstellung

» Rede von SIG-Präsident Herbert Winter

» Informationen zur Wanderausstellung


Geheimabkommen der Schweiz mit der PLO: Position des SIG

1970 knüpfte der damalige Bundesrat Pierre Graber nach der Entführung einer Swissair-Maschine Kontakte mit palästinensischen Drahtziehern und handelte mit der PLO offenbar ein Geheimabkommen aus: Diese Enthüllung machte der NZZ-Journalist Marcel Gyr letzte Woche.

Wir fordern eine gründliche Untersuchung der damaligen Vorgänge. Wir begrüssen es, dass Aussenminister Didier Burkhalter klare Worte gefunden und angekündigt hat, die Angelegenheit zu analysieren und in Bundesrat und Parlament zu diskutieren. Die Schweiz darf sich nicht von Terroristen erpressen lassen. Wir fragen uns, ob sich die damalige Nahostpolitik, die der SIG immer wieder kritisiert hat, durch die neuen Erkenntnisse erklären lässt. Der SIG ist zurzeit noch selber daran, die neuen Erkenntnisse zu analysieren. Wir verfolgen die weitere Entwicklung mit grossem Interesse. Eine Aufklärung dieses Falles ist man auch den Nachkommen der Opfer des Terroranschlages auf das Swissair Flugzeug von Würenlingen auf jeden Fall schuldig.

» Artikel in der BaZ


Die Beziehungen zwischen dem SIG und Paul Grüninger

Ende 2014 gab der SIG eine Vorstudie in Auftrag, um die Beziehungen zwischen dem SIG und Paul Grüninger zu beleuchten und um abzuklären, ob es diesbezüglich Forschungslücken gibt, die es zu schliess gilt. Der Historiker Stefan Keller kommt in seiner Arbeit zum Schluss, dass sich der SIG Grüninger gegenüber klar zu wenig dankbar gezeigt hat. Der SIG bedauert heute die Versäumnisse im Umgang mit Paul Grüninger sehr. SIG-Präsident Herbert Winter entschuldigte sich dafür persönlich und im Namen des SIG bei Paul Grüningers Tochter Ruth Roduner, aber auch öffentlich in den Medien.

Mehr zu der Vorstudie und ihren Schlussfolgerungen können im Factsheet «Die Beziehungen zwischen dem SIG und Paul Grüninger» auf der SIG-Webseite nachgelesen werden. Jonathan Kreutner hat sich zu dem Thema auch im Schweizer Radio und Fernsehen geäussert.

» Zum Factsheet

» Zum Artikel im Tachles

» Beitrag auf Radio SRF

» Beitrag Tessiner Tagesschau Edizione delle 20:00, 26.01.2016, ab Minute 20


Proteste wegen Kunsthaus-Erweiterungsbau

Mitte Januar kam es in New York, London und Tel Aviv zu Protesten der Organisation «Asra Kadisha» gegen die geplante Erweiterung des Kunsthauses in Zürich. Die Organisation setzt sich für die Bewahrung von jüdischen Friedhöfen ein und befürchtet, dass die Bauarbeiten in Zürich einen jüdischen Friedhof aus dem Mittelalter entweihen könnten.

Der SIG fand klare Worte zu den Demonstrationen. «Wir sehen überhaupt nicht ein, warum jetzt in New York protestiert wird», wurde SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner in der NZZ zitiert. Die jüdischen Gemeinden seien von der Stadt von Beginn an in die Planungen einbezogen worden. Für den Fall, dass man bei den Bauarbeiten tatsächlich auf einen Friedhof stosse, hätten die Behörden versichert, alles zu unternehmen, um die jüdischen Religionsgesetze zu respektieren. «Es wird hier also keineswegs etwas entweiht, wie das die Demonstranten suggerieren».

Das Thema wurde in den Medien breit thematisiert. Jonathan Kreutner gab Interviews zum Thema im Fernsehen, im Radio und in mehreren Zeitungen.

» Zu den Artikeln

» Zum Radiobeitrag

Berichte

EJC-Delegation zu Besuch in Moskau

Eine Delegation des European Jewish Congress traf Mitte Januar den russischen Präsidenten Vladimir Putin. Zu dieser Delegation gehörte auch SIG-Präsident Herbert Winter. Am Treffen wurde über die Lage für Juden in Europa und den Kampf gegen den globalen Terrorismus gesprochen. EJC-Präsident Moshe Kantor legte Putin dar, dass der Antisemitismus in mehreren europäischen Ländern zugenommen habe und erklärte, dass die Juden in Frankreich sehr besorgt sind. Der russische Präsident meinte, dass die Juden nach Russland auswandern sollten – man sei bereit diese aufzunehmen.


Publikation «Jüdische Gemeinschaften: Kleine Religionsgemeinschaft, Vor- oder Nachteil?»

Hat die staatliche Anerkennung von Religionsgemeinschaften eine Zukunft oder ist sie ein Auslaufmodell? Dieser Frage wurde an einer Fachtagung der Universität Freiburg im Jahr 2014 nachgegangen. Nun ist der Tagungsband im Schulthess Verlag erschienen. Er beinhaltet den Artikel «Jüdische Gemeinschaften: Kleine Religionsgemeinschaft, Vor- oder Nachteil?», welcher von SIG-Vizepräsidentin Sabine Simkhovitch-Dreyfus verfasst wurde. Den Artikel kam man zudem auf der SIG-Webseite lesen.

» Zum Artikel

Veranstaltungen

Lost Art – Lost Justice?

Mit der Debatte um die Kunstsammlung Gurlitt wurde die Öffentlichkeit an die noch ungeklärten Probleme bezüglich Raubkunst und Fluchtgut erinnert. Am 2. Februar 2016 hält der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, einen Vortrag dazu. SIG-Präsident Herbert Winter wird die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache eröffnen.

Dienstag, 2. Februar 2016, Türöffnung: 19.00 Uhr – Beginn: 19.30 Uhr

Vortragssaal Kunsthaus Zürich (Heimplatz 1, 8001 Zürich)

» Zum Flyer

Kontakt

Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund SIG
Gotthardstrasse 65
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T +41 (0)43 305 07 77
F +41 (0)43 305 07 66

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