Überlegungen für einen sachlichen Dialog zum Israel-Palästina-Konflikt

Nach mehrjähriger Arbeit liefert die Evangelisch-Jüdische Gesprächskommission EJGK wichtige historisch-theologische Zugänge zu umstrittenen Schlüsselbegriffen des Israel-Palästina-Konflikts sowie einige grundsätzlichen Reflexionen.

Der Nahostkonflikt ist ein aufgeladenes Thema. Debatten dazu können zu einer Herausforderung für sich werden und laufen oft die Gefahr den konstruktiven Rahmen der Diskussion zu verlassen. Auch die EJGK stellte fest, dass Debatten zum Nahostkonflikt oft einseitig und undifferenziert geführt werden. Einer der Hauptgründe liege darin, dass Gesprächspartner ihre Einstellungen mit ihrer eigenen Anschauung, ihren persönlichen Projektionen und dem kollektiven Gedächtnis verbinden. Ein Bewusstsein für die eigene religiöse oder weltanschauliche Prägung helfe bei der Objektivierung des Themas. Um ein solches Bewusstsein und einen differenzierten Dialog zu fördern, veröffentlicht die EJGK die Publikation «Land Israel, Staat Israel, heiliges Land».

Durch Wissen zum sachlichen Dialog

Die Dialogkommission EJGK wird seit 1987 gemeinsam von der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS und dem SIG getragen. Der Auftrag der paritätisch zusammengesetzten Kommission besteht darin, die gegenseitige Achtung von Christen und Juden zu fördern und eine Kultur der Verlässlichkeit anzustreben. Mit ihrer Publikation schlägt die EJGK keine politischen Lösungen vor. Das ist nicht ihr Auftrag. Ihr Beitrag besteht darin, die Bedingungen für einen authentischen Dialog aufzuzeigen, um die einseitigen Einstellungen der beteiligten Parteien zu überwinden. Eine umfassende Kenntnis der historischen, politischen, kulturellen und religiösen Zusammenhänge ist förderlich für einen differenziert und sachlich geführten Dialog. Durch gründliches und versachlichendes Nachdenken will die Kommission hartnäckige Vorurteile bekämpfen, einseitige Sichtweisen verlassen und die Debatte generell entschärfen und versachlichen.