Schweizer Juden sind tief bestürzt über die Angriffe in Halle

In Halle kam es heute an Jom Kippur zu terroristischen Angriffen auf mehrere Ziele. Nach bisherigem Informationsstand wurden zwei Personen getötet, bei der Synagoge und bei einer Imbissbude. Direktes Ziel war die Synagoge in Halle. Die Täter versuchten sich offenbar bewaffnet Zutritt zur voll besetzten Synagoge zu verschaffen, scheiterten jedoch an den baulichen Sicherheitsvorkehrungen. Die Schweizer Juden, vertreten von den beiden Dachverbänden, dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG und der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS, sind zutiefst erschüttert und sind in Gedanken bei den Opfern, den Betroffenen und ihren Angehörigen. Diesen drücken der SIG und die PLJS ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme aus.

Die Solidarität der Schweizer Juden gilt der Bevölkerung in Halle und ganz besonders der jüdischen Gemeinde in Halle. Solche erbarmungslosen Angriffe auf unschuldige Menschen sind jedes Mal aufs Neue schockierend. Es ist nicht auszudenken, was noch geschehen wäre, wenn die Angreifer in die Synagoge gelangt wären. Es ist kaltblütig, abscheulich und mit Worten kaum zu fassen, dass jemand Menschen an einem hohen Feiertag in ihrer Synagoge zum Ziel nimmt. Ein solcher Angriff trifft nicht nur die gesamte jüdische Gemeinschaft weltweit. Solche terroristischen Anschläge treffen die gesamte Gesellschaft, die auf Demokratie, Freiheit und Frieden aufbaut.

Die letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, dass sich die Sicherheitslage für Juden in Deutschland und in ganz Europa verschlechtert hat. Laut den Sicherheitsbehörden ist die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz leider ebenfalls erhöht gefährdet. Entsprechend haben die jüdischen Gemeinden und Institutionen ihre Sicherheitsdispositive in den letzten Jahren verstärken müssen. Auch heute und in Zukunft rufen die beiden Dachverbände SIG und PLJS dazu auf, sich engagiert für Achtung und Respekt gegenüber allen Mitmenschen einzusetzen und zerstörerischen Ideologien entschieden entgegenzutreten, damit solchen schrecklichen Taten der Nährboden entzogen werden kann.