Likrat - Mit diesem Projekt kann man nur gewinnen

In Bukarest findet vom 16. bis 18. Juni 2019 das World Jewish Congress National Community Directors‘ Forum statt. SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner hatte die Gelegenheit im Rahmen des Workshops zur Zukunft der jüdischen Gemeinschaft das Likrat Projekt vorzustellen und es als internationales Dialogprojekt zu präsentieren.

2002 starte das Projekt in der Schweiz. In den letzten 17 Jahren wurden mehr als 150 jüdische Jugendliche als Botschafter ausgebildet. Mit ihren Schulbesuchen konnten sie bisher mehr als 30‘000 Schülerinnen und Schülern ihr Jüdischsein erklären und verständlich machen. In den letzten Jahren adaptierte der Zentralrat der Juden in Deutschland das Projekt für Deutschland. Auch in Österreich und Moldawien konnte Likrat seinen Durchbruch feiern.

Likrat fand auch im Forum in Bukarest bei den Vertretern von 60 jüdischen Gemeinschaften grossen Anklang. Der Ansatz des SIG durch Dialog und Förderung von gegenseitigem Verständnis Antisemitismus zu bekämpfen und Wissen zu vermitteln fand Anerkennung als ein Erfolgsmodell. Eine Teilnehmerin des Forums war derart von Likrat beeindruckt, dass sie das Projekt auch in ihrem Heimatland unbedingt umsetzen will.

Im Rahmen seiner Präsentation zeigte Jonathan Kreutner auch einen Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm «Likrat – der Film». Der Film ist einzigartig, weil zum ersten Mal Aufnahmen einer Likrat-Begegnung in einer Schulklasse zu sehen sind. Die Dokumentarfilmerin und Grimme-Preisträgerin Britta Wauer gewährt damit Einblicke in die Atmosphäre eines solchen Besuchs und zeigt die Dynamik von Fragen, Antworten und Reaktionen der Schulklasse und der Likratinos und Likratinas. Der Film verdeutlicht, wie wichtig diese Form des offenen und ehrlichen Dialogs zwischen Jugendlichen auf Augenhöhe ist. Die meisten von ihnen haben vor der Likrat-Begegnung noch nie eine jüdische Person gesehen und kaum etwas über jüdisches Leben gewusst.

Im Film fasst die Likratina Liora das Erfolgsrezept treffend zusammen: «Ich finde Likrat ein ideales Projekt. Man kann nur gewinnen. Es gibt viele Vorurteile. Wenn man eine Person vor sich hat, hat man ein Bild vor Augen und kann sich vorstellen, dass die Person ganz normal ist.» Liora sprach damit die Teilnehmenden des Forums in Bukarest direkt an und warb für Likratprojekte in weiteren Ländern – wenn nicht weltweit.