Grünes Licht für das «Kleinmuseum für jüdische Malerei» in Zürich

Der Zürcher Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom 30. Oktober das neue Kulturleitbild 2020-2030 verabschiedet. Somit wurde auch grünes Licht gegeben für das sogenannte «Kleinmuseum für jüdische Malereien» an der Brunngasse 8 im Zürcher Niederdorf.

Sie ermöglichen uns einen einzigartigen Einblick in die Lebensweise einer jüdischen Familie aus der Zeit um 1330. Die Wandmalereien, die 1996 bei der Renovation der städtischen Liegenschaft «Zum Brunnenhof» an der Brunngasse 8 zufällig entdeckt wurden. Die Malerei hat international Aufsehen erregt und Eingang in Standardwerke zur Kulturgeschichte der Juden in Europa gefunden. Nach ihrer Entdeckung wurden die Malereifragmente restauriert und zum Teil sichtbar gemacht.

Nachdem die langjährige Mieterin der Wohnung aus Altersgründen ausziehen musste, sollen die Malereien nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der historisch und kunstwissenschaftlich so bedeutsame Raum wird in ein Kleinmuseum umgewandelt. Zu diesem Zweck wurde ein Verein gegründet, in dem auch der SIG Einsitz nimmt. Weitere Themen, die im Kleinmuseum zur Sprache kommen werden, sind zum einen das Leben der jüdischen Bevölkerung in der Stadt Zürich im Mittelalter. Zum andern die kulturelle Hochblüte Zürichs zur Zeit der Manessischen Liederhandschrift, mit der die Malereien im Brunnenhof direkt verwandt sind. Nun hat der Gemeinderat im Zuge der Verabschiedung des Kulturleitbilds 2020-2030 die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Zürich bestätigt. Der innerstädtische Mietzinsausfall wird durch eine Subvention aus dem Budget der Kulturabteilung gedeckt werden.