100 Mal vermittelt – Jubiläum für Likratina Liora

Die Likrat-Begegnung am 7. Dezember 2020 in Wallisellen markierte ein beeindruckendes Jubiläum für Likratina Liora. Zum hundertsten Mal stand sie vor einer Schulklasse. Zeitgleich war die Begegnung auch eine der ersten auf Primarstufe. Das Likrat-Projekt testet derzeit die Erweiterung seines Dialogkonzepts auf jüngere Schülerinnen und Schüler.

Es ist ein kalter Dezembernachmittag. Es liegen Schneereste auf dem Pausenplatz des Schulhauses Alpen in Wallisellen. Kaum hat das Klingeln der Schulglocke die Pause beendet, strömen die Kinder in die warmen Klassenzimmer hinein. Dass die Kinder der Klasse 5b nicht einen alltäglichen Schulunterricht vor sich haben, steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Die Kinder diskutieren untereinander rege, was sie erwarten könnte. Als die Begegnung beginnt, wird es schnell ruhig. Die Stühle werden zu einem Kreis geformt und die Kinder setzen sich rasch. Es sind teils anspruchsvolle Themen für 11-Jährige, doch die vorgängige Vorbereitung mit dem Klassenlehrer ist ihnen anzumerken.

100 Likrat-Begegnungen

Als Liora die Schülerinnen und Schüler begrüsst, richten sich deren Augen und Aufmerksamkeit blitzartig auf die Likratina. Das liegt zum einen an den äusserst interessierten Kindern, zum anderen spürt man die Präsenz und Erfahrenheit der Likratina sofort. Die heutige Likrat-Begegnung mit dieser fünften Primarklasse ist ihre hundertste. Routiniert beantwortet sie auch die schwierigsten Fragen stets souverän. Das Rezept für eine gelungene Likrat-Begegnung ist für Liora die Arbeit mit Gegenständen: «Mit den mitgebrachten Gegenständen und den dazugehörigen Geschichten können die Kinder optimal involviert werden.» Es scheint zu wirken, denn die Kinder halten problemlos mit und verstehen auch die angesprochenen Themen. Mit einzelnen Details mögen einige etwas überfordert sein, doch ihr Wissendurst und Interesse kompensiert das. Mit dem Feedback der heutigen Begegnung ist die 22-jährige sehr zufrieden: «Wenn ein Mädchen am Schluss der Begegnung sagt, sie habe heute gelernt, dass wir im Grunde genommen alle gleich sind, haben wir das Ziel erreicht.»

Likrat neu auf Primarstufe

Der SIG engagiert sich bereits seit achtzehn Jahren mit dem Likrat-Projekt für Schulklassen im Bereich Dialog und Aufklärung. Bis anhin war das Angebot auf Schülerinnen und Schüler zwischen zwölf und achtzehn Jahren der Sekundar- und Mittelschulen ausgerichtet und hat sich erfolgreich bewährt. Aufgrund der wiederkehrenden Nachfrage auch von Primarschulen wird das Projekt in einer Testphase auch auf dieser Stufe angeboten. Hinter diesem Ausbau steckt die Idee, dass Prävention nicht früh genug beginnen kann. Das Konzept der Likrat-Begegnungen wurde alters- und stufengerecht angepasst. Die Lektionen wurden auf sechzig Minuten verkürzt und inhaltlich wird mehr mit Gegenständen und persönlichen Geschichten gearbeitet. Die Likratinas und Likratinos werden entsprechend dieser Vorgaben spezifisch und zusätzlich für solche Begegnungen auf Primarstufe ausgebildet. Die Testphase wurde in Zusammenarbeit und mit Beratung der Pädagogischen Hochschule Zürich entwickelt. Die Begegnung mit der 5. Klasse in Wallisellen war die sechste Begegnung auf dieser Stufe.

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