Festtage

Der jüdische Kalender rechnet den Tag vom Abend bis zum nächsten Abend. Das jüdische Jahr ist ein Mondjahr, bestehend aus jeweils bei Neumond beginnenden Monaten zu 29 oder 30 Tagen. Weil alle Feste an bestimmte Jahreszeiten gebunden sind, wird dem normalen Jahr zu zwölf Monaten (ca. 354 Tage) alle zwei oder drei Jahre ein zusätzlicher Monat angefügt (Schaltjahr mit ca. 384 Tagen).

Die von der Thora gebotenen Feiertage teilen sich in zwei Gruppen: Die drei Wallfahrtsfeste (Pessach, Schawuot und Sukkot) und die «erhabenen Tage» (Rosch Haschana und Jom Kippur). Zur Erinnerung an freudige Ereignisse werden Chanuka und Purim gefeiert. An traurige Ereignisse erinnern der 9. Aw (Tischa Be'Aw).

Jüdische Feiertage 2016 - 2020

Schabbat und Festtage

Schabbat und die von der Thora gebotenen Feiertage sind Tage, die der Förderung des geistigen Wohles dienen und an denen weltliche Arbeiten verboten sind. Alle diese Tage beginnen am Vorabend vor Sonnenuntergang und enden am eigentlichen Tag etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang.

Pessach

Pessach beginnt am 15. Nissan («Frühlingsmonat») dauert acht Tage und erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten. An den beiden ersten Abenden, den Seder-Abenden, wird die Geschichte des Auszuges aus Ägypten erzählt, begleitet vom Genuss des ungesäuerten Brotes (Mazza; pl. Mazzot) und von Bitterkraut (Maror). Der Ablauf der Seder-Abende erfolgt gemäss einer in der Haggada festgehaltenen Abfolge.

Nach den beiden ersten Feiertagen folgen vier sogenannte Halbfeiertage (Chol Hamoed), an welchen unaufschiebbare Arbeiten gestattet sind. Den Abschluss bilden zwei Feiertage, an welchen des Zuges der Israeliten durch das von G'tt gespaltene Schilfmeer gedacht wird.

Schawuot (Wochenfest)

Am 50. Tag nach Pessach wird Schawuot gefeiert. Es erinnert an die Gesetzgebung auf dem Berg Sinai.

Sukkot (Laubhüttenfest) mit Simchat Thora (Thora-Freudenfest)

Das neun Tage dauernde dritte Wallfahrtsfest besteht aus sieben Tagen Sukkot und zwei Schluss-Feiertagen. Während Sukkot werden alle Mahlzeiten in einer Sukka (Laubhütte) eingenommen, deren Dach aus abgeschnittenem pflanzlichem Material (Baumzweige, Blätter, Bambusrohr etc.) besteht. Nach den ersten beiden Feiertagen folgen fünf Halbfeiertage (Chol Hamoed). Den Abschluss bilden die beiden Schluss-Feiertage, an welchen die Thora zu Ende gelesen und von neuem begonnen wird. Der letzte Tag wird deshalb auch Thora-Freudenfest (Simchat Thora) genannt.

Rosch Haschana (Neujahr)

Die ersten beiden Tage des Monats Tischri werden als Neujahr gefeiert. In der Thora wird es Tag des Schofar-Blasens genannt. Das Schofar ruft zur Läuterung und Rückkehr zu G'tt auf. Dieser Gedanke ist das Leitmotiv für die ersten zehn Tage des Monats Tischri, welche auch die zehn Tage der Rückkehr genannt werden. Bereits im vorangehenden Monat Elul erfolgt dafür die Vorbereitung durch besondere Gebete und Blasen des Schofars.

Jom Kippur (Versöhnungstag)

Der 10. Tischri ist der Tag der Busse, des Fastens, des Gebetes und der inneren Besserung. Am Jom Kippur wird weder gegessen noch getrunken. Hauptzweck ist die Rückkehr zu G'tt, die durch Gebete mit Sündenbekenntnis geprägt ist.

Chanuka

Das achttägige Chanuka oder Weihefest beginnt am 25. Kislew. Es erinnert an die Siege der Makkabäer über Antiochus, den König von Syrien. Dabei wurde ein kleines Ölkrüglein mit geweihtem Öl für den Tempel gefunden, das auf wundersame Weise acht Tage reichte, bis wieder neues Öl beschafft werden konnte. Zur Erinnerung entzündet man jeden Abend ein zusätzliches Licht an der achtarmigen Menora, dem Chanuka-Leuchter.

Purim

Purim wird meist am 14. Adar gefeiert und erinnert an die Zerschlagung des Plans zur Vernichtung der Juden im Perserreich. Am Abend und am Vormittag wird das Buch Esther gelesen, das diese Geschichte enthält. Geschenke an Freunde, Gaben an die Armen und ein Festmahl prägen diesen Tag.

Die vier Fasttage

Zur Erinnerung an Ereignisse, die mit der Zerstörung von Jerusalem zusammenhängen, werden insgesamt vier Fasttage begangen, von welchen der 9. Aw (Tischa Be'Aw) der strengste ist. Sowohl der erste als auch der zweite Tempel wurden an diesem Tag zerstört.

Weiterführende Informationen

SIG Factsheet Feiertage
Datumsrechner

Kontakt

Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG)
Gotthardstrasse 65
Postfach 2105
8027 Zürich

T +41 (0)43 305 07 77
F +41 (0)43 305 07 66

Medienstelle:
T +41 (0)43 305 07 72

Enable JavaScript to view protected content.