Interreligiöser Dialog

Der interreligiöse Dialog ermöglicht das Kennenlernen verschiedener Religionsgemeinschaften und fördert das Zusammenleben untereinander. Er hilft, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen, Vorurteile abzubauen und sich gegenseitig mit Respekt zu begegnen.

Für den SIG ist der interreligiöse Dialog deshalb von grosser Bedeutung. Der SIG führt regelmässige informelle Kontakte mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften, insbesondere des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK). Auch engagiert er sich in einer Reihe interreligiöser Gremien, in denen theologische Diskurse geführt werden und an gemeinsamen politischen Stellungnahmen gearbeitet wird, welche den Religionsfrieden und die Religionsfreiheit unterstützen.

Der SIG aktiv in interreligiösen Gremien

Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft sind in folgenden Gremien aktiv:

  • Schweizerischer Rat der Religionen (SCR)
  • Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission (JRGK)
  • Evangelisch-Jüdische Gesprächskommission (EJGK)
  • Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz (IRAS Cotis)
Schweizerischer Rat der Religionen (SCR)

Im Rat der Religionen sind Vertreter der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK), des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS), des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, Metropolie der Schweiz, der Christkatholischen Kirche der Schweiz und des SIG. Die jüdische Religionsgemeinschaft wird durch den Präsidenten des SIG, Herbert Winter, repräsentiert, welcher für die Amtsperiode 2011 - 2013 als Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen amtet. Beisitz im Rat haben zudem auch drei ständige Expertinnen. Hier wird die jüdische Religionsgemeinschaft derzeit durch Esther Starobinski-Safran vertreten.

Zielsetzung und Aufgaben des SCR

Der SCR hat unter anderem zum Ziel, einen Beitrag zum religiösen Frieden der Schweiz zu leisten sowie das Vertrauen zwischen den Religionsgemeinschaften und den Dialog zu aktuellen religionspolitischen Fragestellungen zu fördern.

Um diese Ziele umsetzen zu können, hat sich der Schweizerische Rat der Religionen folgende Aufgaben gestellt:

  1. Der SCR diskutiert Fragen von gemeinsamem Interesse, insbesondere des interreligiösen und interkulturellen Zusammenlebens in der Schweiz.
  2. Er berät regelmässig darüber, welche gemeinsamen Anliegen aufgenommen und in welcher Weise sie verfolgt werden sollen.
  3. Zudem kann der SCR ein Ansprechgremium für die Bundesbehörden sein.
  4. Der SCR pflegt die Beziehung mit gesamtschweizerischen Organisationen mit ähnlicher Zweckbestimmung.
Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz (IRAS Cotis)

In der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft der Schweiz (IRAS Cotis) sind zahlreiche Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften, so Bahai, Buddhisten, Hindus, Moslems, Christen und Juden vertreten. Die Arbeitsgemeinschaft hat zum Ziel, die Toleranz und den gegenseitigen Respekt zwischen den Gemeinschaften zu verbessern. Ausserdem fördert sie Begegnungen zwischen Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften und hat zum Ziel, Ängste und Vorbehalte abzubauen. Weiter will die Arbeitsgemeinschaft religiöse Gemeinschaften dahingehend beraten, dass deren Bedürfnisse von politischen und kirchlichen Behörden verstanden und ernst genommen werden.

Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission (JRGK)  und Evangelisch-Jüdische Gesprächskommission (EJGK)

Die Dialogkommissionen EJGK (Evangelisch-jüdische Gesprächskommission) sowie die JRGK (Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission) wurden 1987 in gemeinsamer Absprache zwischen dem SIG und dem SEK (Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund) beziehungsweise der SBK (Schweizer Bischofskonferenz) ins Leben gerufen. Anlass war der herannahende 50. Jahrestag der Reichspogromnacht, den die damaligen Präsidenten zum Auftakt eines nachhaltigen Dialogs nehmen wollten.

Der Auftrag der (paritätisch zusammengesetzten) Kommissionen, die sich aus Fachleuten zusammensetzen, besteht darin, die gegenseitige Achtung von Christen und Juden zu fördern und eine Kultur der Verlässlichkeit anzustreben.

Die Kommissionen behandeln geistig-kulturelle, ethische, existentielle Themen und suchen nach konsensfähigen Grundlagen, auf denen der SIG, der SEK und die SBK gemeinsam für eine Gesellschaft in Frieden und Gerechtigkeit einstehen können. Die Kommissionen unterstützen die Dachorganisationen (SIG, SEK, SBK) in  ihrem Einsatz gegen judenfeindliche Aussagen und Handlungen. Sie benennen und bearbeiten Grundfragen der Beziehung zwischen Judentum und Christentum und fassen deren Ergebnisse in Grundlagentexten zusammen. Sie erarbeiten Beiträge und Ideen zum besseren gegenseitigen Verständnis und machen Vorschläge zu deren Umsetzung. Der SIG nominiert die jüdischen Mitglieder dieser Kommissionen, die allerdings ad personam darin Einsitz haben und ihre eigene Meinung kundtun.

Ausserdem pflegt der SIG Kontakte zu folgenden Organisationen:

  • Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog
  • Zürcher Lehrhaus
  • Arbeitsgruppe christlich-jüdische Projekte (CJP)
  • Christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA)
  • La Fondation Racines et Sources

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