Israelkritik und Antisemitismus

Die seit Ende der siebziger Jahre zunehmende Kritik an Israel hat verschiedene Ursachen und Quellen, die in zwei grössere Kategorien eingeteilt werden können: In Formen des Antizionismus, die das Existenzrecht Israels grundsätzlich in Frage stellen, und in Kritik an der Politik Israels. 

Antizionismus ist der Gegenbegriff von Zionismus. Der Zionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die sich infolge des Antisemitismus in Europa ab 1880 politisch organisierte und einen eigenen jüdischen Nationalstaat in Palästina anstrebte. Der Antizionismus stellt den Zionismus als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des jüdischen Volkes grundsätzlich infrage. Er ignoriert dabei die Tatsache, dass mit Israel kein Ort geschaffen werden sollte, in dem nur Juden leben, sondern ein Land, wo sich die Juden auch in der Not und in Zeiten der Verfolgung niederlassen konnten. Antizionismus kann antisemitisch sein, wenn das Ziel die Vernichtung des jüdischen Staates ist.

Grenzen von legitimer Kritik

Kritik an der politischen Ausrichtung Israels, an seiner Regierung oder seinem gesellschaftspolitischen Zustand ist wie bei jedem anderen Land zulässig. Die Kritik wird dann jedoch antisemitisch, wenn sie sich nicht gegen Israel als Staat oder gegen die israelische Politik richtet, sondern Israelis im Nahostkonflikt pauschal als Täter dargestellt werden und dieses Täterbild allgemein auf die Juden übertragen wird. Eine weitere Verwischung zwischen legitimer und fragwürdiger Kritik findet dann statt, wenn an Israel aufgrund politischer Interessen strengere Massstäbe angelegt werden als an andere Länder. So richteten sich beispielsweise von 25 Verurteilungen des UNO-Menschenrechtsrats zwischen Juni 2006 und Dezember 2008 deren 20 gegen Israel und nur 5 gegen andere Länder.

Vermehrt wird überdies beobachtet, dass sich Personen, die antisemitische Aussagen machen, zusätzlich (beziehungsweise als vermeintliche «Legitimierung» ihrer antisemitischen Aussagen) der Israelkritik oder des Antizionismus bedienen.

Eine eindeutige Abgrenzung zwischen Israelkritik, Antizionismus und Antisemitismus ist nicht immer möglich. Es ist jedoch offensichtlich, dass diese Phänomene der Abwehrhaltung gegenüber dem jüdischen Staat oft in enger Wechselwirkung stehen.

Pressemitteilungen

Mittwoch, 25. Aug 2010

Herbert Winter wird neuer Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen

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Likrat: Begegnungen mit dem Judentum

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Buch aus der SIG-Schriftenreihe unter den Top Ten

Noemi Sibold ist mit ihrem Buch "Bewegte Zeiten. Zur Geschichte der Juden in Basel, 1930er bis 1950er Jahre" aus der SIG-Schriftenreihe in den Top Ten der Basler Zeitung.

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