Vorfall in Zürich: Mann verfolgt Juden mit Messer

Am Samstagabend hat in Zürich Wiedikon ein betrunkener Mann drei orthodoxe Juden mit einem Messer verfolgt und dabei fortlaufend antisemitisch beschimpft. Der in Zürich wohnhafte Deutsche konnte von einem Passanten aufgehalten und daraufhin von der Polizei verhaftet werden. Vorangegangen war eine Konfrontation zwischen dem Täter und einem der verfolgten Juden, nachdem der Deutsche dessen Kinder auf einem Spielplatz ungewöhnlich und über längere Zeit beobachtet hatte.

Der Vorfall schreckt auf. Es ist nicht Alltag in Zürich oder in der Schweiz, dass Juden auf offener Strasse in dieser Qualität bedroht werden. Zum Glück gab es keine Verletzten. Laut Polizei hat der Täter weder Verbindungen zum radikalen Islamismus, noch zum rechtsextremen Milieu. Das zeigt einmal mehr, dass Antisemitismus nicht an ein Milieu gebunden ist, sondern in ganz unterschiedlichen Ausprägungen und mit unterschiedlichen Motiven auftritt. Antisemitismus ist nicht nur ein Phänomen bei Extremisten, sondern findet sich auch weiterhin in der Mitte der Gesellschaft. Die Unsicherheit unter Juden in der Schweiz ist in den letzten Jahren gewachsen, nicht so stark wie in anderen Ländern Europas aber trotzdem wahrnehmbar. Die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz ist darum wachsamer geworden.

Ein Interview mit SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner zum Vorfall finden Sie hier.

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