Juden in der Schweiz

Heute leben in der Schweiz rund 17‘000 Jüdinnen und Juden. Ein grosser Teil davon sind Mitglieder der 17 SIG-Gemeinden. Das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Schweizer Juden ist vor allem in den städtischen Zentren Zürich, Basel, Bern, Lausanne und Genf sehr lebhaft.

SIG Factsheet zum Thema

Geschichte der Juden in der Schweiz (PDF, 117 KB)

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 SIG Factsheets «Geschichte Schweizer Juden»

Die ersten Juden gelangten vermutlich mit den Römern in das Gebiet der heutigen Schweiz. Im Mittelalter unterstanden die in vielen Schweizer Städten lebenden Juden einem diskriminierenden Sonderrecht. Sie mussten auf Veranlassung des Papstes und der Stadtbehörden besondere Kennzeichen an der Kleidung tragen und durften nicht Handwerker, Kaufleute oder Bauern sein. Da das Zinsgeschäft unter Christen als unmoralisch galt, wurden die Juden von den Behörden verpflichtet, Geld gegen Zinsen, Pfänder und Bürgen auszuleihen. In der Pestzeit 1348/49 wurden sie vielerorts gefoltert, vertrieben oder umgebracht. Als die Kirche im 15. Jahrhundert das Zinsverbot für Christen lockerte, wurden die Juden nicht mehr gebraucht und des Landes verwiesen. Danach zählte die Schweiz bis ins 19. Jahrhundert nur sehr wenige jüdische Bewohner.

Niederlassungen in Lengnau und Endingen

Ab dem Jahr 1776 war den Juden die Niederlassung nur in Lengnau und Endingen erlaubt, zwei Gemeinden östlich von Baden im Kanton Aargau. Ihr Aufenthaltsrecht mussten sich die Juden beim eidgenössischen Landvogt erkaufen. Sie blieben weiterhin von Handwerk und Landwirtschaft ausgeschlossen. Neben einigen Vieh- und Pferdehändlern fristeten die meisten als Kleinhändler und Hausierer ein armseliges Leben. In der Ausübung der Religion waren sie hingegen frei. Sie durften Synagogen bauen und einen Friedhof anlegen. Um 1850 lebten in den beiden Dörfern rund 1'500 jüdische Menschen.

Vollständige Gleichberechtigung

Erst 1874 wurde den Juden in der Schweiz die vollständige Gleichberechtigung bei den bürgerlichen Rechten und Pflichten in der Bundesverfassung zugesprochen. Sie durften fortan Wohnort und Beruf frei wählen und ohne diskriminierende Sondervorschriften leben. In rund 20 Orten entstanden jüdische Kultusgemeinden. Bis zum Ersten Weltkrieg stieg die Zahl der jüdischen Bevölkerung durch Zuwanderung aus den umliegenden Ländern und Osteuropa auf rund 20'000 Personen an. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auch die Juden in der Schweiz durch den Antisemitismus im In- und Ausland bedroht und durch die von den Behörden gegenüber jüdischen Flüchtlingen betriebene abweisende Asylpolitik verunsichert. Trotz Protesten von Kirchen, Politikern und Teilen der Bevölkerung wurden Hilfe Suchende abgewiesen und wissentlich in den Tod geschickt. Die Abwehr des Antisemitismus und die Sorge um die Flüchtlinge, für die sie auf Geheiss der Behörden lange alleine aufzukommen hatten, belasteten die Schweizer Juden in der Zeit von 1933 bis 1945 stark.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war in der Schweiz generell geprägt durch einen starken wirtschaftlichen Aufschwung und grosse gesellschaftliche Veränderungen. Mit dieser allgemeinen Entwicklung, die zu einer pluralistischeren Schweiz und zu mehr Verständnis für verschiedene Glaubensrichtungen und Lebensformen führte, wurden die Schweizer Juden zu einer anerkannten und gut integrierten Minderheit.

Pressemitteilungen

Mittwoch, 25. Aug 2010

Herbert Winter wird neuer Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen

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Likrat: Begegnungen mit dem Judentum

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Noemi Sibold ist mit ihrem Buch "Bewegte Zeiten. Zur Geschichte der Juden in Basel, 1930er bis 1950er Jahre" aus der SIG-Schriftenreihe in den Top Ten der Basler Zeitung.

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